Neues zum Thema "Flughafen Weeze ":
Es gibt noch ein GRÜNE opPosition gegen den Flughafen in Weeze
Für eine Überraschung und ein paar flotte Sprüche ist der Klever Grüne Michael Bay wohl immer gut, aber durchdachte Argumente sucht die GRÜNE opPosition in Straelen vergeblich in seinem Interview vom 13.1.06. Ein JA zu diesem Flugplatz an diesem Standort aber ohne Subventionen? Ein solches JA ist doch nur Augenwischerei.
Kaum jemand wird bestreiten wollen, daß es ein angenehmer Luxus ist für 60 Euro am Wochenende nach London, Rom oder Wien zu fliegen - selbst wenn dann die Taxifahrt zum Hotel noch einmal genauso viel kostet wie der Flug.
Dieser Annehmlichkeit stehen aber viel zu hohe Kosten gegenüber:
- die Folgen fürs Klima aus den in 8.000 bis 12.000m emittierten Flugzeugabgasen sind um vieles schädlicher als die von Fahrzeugen
- für die vielen Millionen an Steuersubventionen ist die Arbeitsplatzausbeute in Laarbruch ausgesprochen mager, egal ob man mit 80 oder 350 vollen Stellen rechnet
- die Lärmbelästigung würde unzumutbar zunehmen lange ehe der Flughafen in die Nähe der Rentabilität käme
Für diese prekäre Situation sind auch die Lobbyisten verantwortlich, die jetzt so überschwänglich Gerichtsschelte betreiben und anscheinend am liebsten die ihnen nicht genehme Rolle der Judikative überhaupt in Frage stellen wollen (Friedhoff in der RP am 5.1.06). Daher versprechen sie auch vollmundig den Flughafen weiter zu betreiben, egal was die Gerichte sagen.
'Mit genügend Geld kann man auch ein paar Arbeitsplätze am Nordpol oder im Weltraum schaffen', resümiert Stefan Kemmerling, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN opPosition Straelen, aber 'mit den vielen Millionen, die in den Flughafen geflossen sind und noch fließen werden, hätte man mit beharrlicher unspektakulärer Förderung des lokalen Gewerbes und der Industrie weit mehr Arbeitsplätze schaffen können'. Selbst glühende Befürworter sehen erst für die Zukunft die Möglichkeit, daß der Flughafen sich zu 'einer Jobmaschine entwickeln kann' (Kraft in der RP vom 13.1.06) Wie viele Arbeitslose aus der Region mögen wohl einen der wenigen gut dotierten Arbeitsplätze im Flughafen bekommen haben?
Es sind dieselben Politiker die in ihrer Verliebtheit ins Fliegen noch immer nicht das uralte Veto von Franz Josef Strauss gegen die Mineralölsteuer für Flugbenzin und Kerosin umstoßen mögen, um endlich Fahrzeuge und Flugzeuge steuerlich wenigstens gleich zu stellen.
Flugbetrieb macht immer viel Lärm in der Einflugschneise und wovon träumt Michael Bay, wenn er den Lärm in Düsseldorf gegen den in Laarbruch eintauschen will? Will er Düsseldorf zugunsten Laarbruchs schrumpfen oder gar dicht machen? Die paar Flugzeuge, die selbst bei guter Auslastung in Laarbruch fliegen könnten, fallen doch beim Düsseldorfer Aufkommen überhaupt nicht ins Gewicht! Da kann er genauso gut Autobahnlärmgeschädigten einen Feldweg außerhalb der Ortschaften als Alternativstraße anbieten. Es funktioniert ja noch nicht einmal ein vernünftiger Lastausgleich zwischen Köln und Düsseldorf obwohl dem Kölner Flughafen eine ganz andere Infrastruktur zur Verfügung steht.
Zu allem Überfluß haben es die Betreiber und Befürworter des Flughafens Laarbruch noch nicht einmal geschafft (oder gewollt), professionelles Management mit einschlägiger Erfahrung im Betrieb und der Vermarktung eines Flugplatzes sowie aus der Touristikbranche anzuwerben.
Die Vorgeschichte des Urteils und die Entwicklungen die dazu geführt haben, werden sehr klar und präzise in einer Erklärung der Aktionsgemeinschaft gegen Fluglärm und Luftverschmutzung e.V. dargestellt.
