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Herongen, das vergessene Dorf – oder das Wort zum Totensonntag.

Wer kann sich noch daran erinnern? Die Planung der UGA, die Bürgerinitiative gegen den Standort…. Wann war das noch? Richtig: kurz nach den Wahlen zum Stadtrat im Jahr 2000 und nach der 1100 Jahrfeier in Herongen kam diese unsägliche Planungssache ins Rollen. Wer erinnerte sich damals denn schon noch an die lapidare Formulierung des Bürgermeisters (in der Festschrift zur 1100 Jahrfeier Herongens), es sein eine Erweiterungsplanung in Herongen in naher Zukunft hinter dem Kühnegelände angedacht? Die Tageszeitungen in Venlo schrieben schon von der neuen Versteigerung in Herongen, als auf Nachfrage der Grünen im Rat, das Ganze noch als hehre Spekulation abgetan wurde.
Wie aus dem nichts kamen kurze Zeit später fertige Planungen auf den Tisch, auch ein Modell der Vertseigerung gab es nun anzusehen, Alternativen von der Bürgerschaft Herongens vorgebracht, wurden mit faden Argumenten abgeschmettert.
Als Mitgestaltungsmöglichkeit wurden die rechtlichen Möglichkeiten der Planoffenlage empfohlen. Einen Weg den viele versuchten zu gehen. Allein es half nicht.

Die damals gegründete Bürgerinitiative recherchierte fast europaweit. Bald wurde klar, dass zwischen der Möglichkeit des Anzapfens europäischer Fördertöpfe und einer von langer Hand geplanten Bebauung kein Platz mehr für Änderungen war.
Kleine Bröckchen wurden den Herongern hingehalten um die Bevölkerung bei der Stange zu halten.
Wie wir alle wissen wurde die UGA gebaut, die Stadt investierte viel Geld in Grundstücke, deren Vermarktung bis heute nicht vollständig erfolgt ist, städtische Gelder flossen bei der Entschädigung der Fa. Kühne die einen Teil ihrer Fläche an die UGA abgeben musste und bis heute die geplante Erweiterung des Geländes nicht angegangen ist. (von den genehmigungsrechtlich fragwürdigen Essiggroßbehältern an der Niederdorferstrasse einmal abgesehen, deren Verschwinden fest gekoppelt zu sein schien an den Erweiterungsbau Kühnes. Also eine weitere Nullnummer in Herongen)

Es folgte der Dorfrahmenplan. Eine tolles Projekt für das auch ein wenig städtisches Geld ausgegeben wurde und das eine Traummännleinnummer war, ein Wünsch dir was, was letztendlich ein Wünsch dir ein Dorf das nicht Herongen heißt wurde.
Ausser den Geldern für die Beratungsgruppe floss nichts. Der Rahmenplan wurde ein potemkinsches Dorf.

Dann die Heronger Bürgerhalle. Wie alle wissen findet in Herongen das gesellige Leben in den vielen kleinen und großen Vereinen statt. Viele freiwillige Helfer und Ehrenamtliche investieren ihre Zeit und auch Geld in die Aktivitäten.
Ein grosser Traum des Dorfes ist seit langer Zeit eine eigene Bürgerhalle.
Nun wird auch diese nur im potemkinschen Dorf gebaut sein. Der letzte einer langen Reihe von geplatzten Träumen.
Viel Zeit haben die Heronger investiert um gemeinsam mit der Stadtverwaltung Straelen eine finanzierbare Lösung zu finden. € 150.000 (in Worten hundertfünfzigtausend) wurden ausgegeben um ein Projekt zu finanzieren dessen hochtrabender Name ‚public-private-partnership’ schon ahnen lies, dass es eine Luftnummer wird.
Im Bauausschuss fragten wir von der grünen OpPosition extra nach und erhielten (im Protokoll vermerkt) die Bestätigung: die Halle steht zur Kirmes 2008.

Unter Angabe fadenscheiniger Gründe und dem nun dem Bürgermeister plötzlich eingegebenen Schlagwort des ‚demographischen Faktors’ ist das Projekt wieder vom Tisch.

Unnötig zu erwähnen, dass der Bürgermeister wieder mit einer fertigen Planung aufwartet in deren Entwicklung keiner der Betroffenen einbezogen war.


Uns stellt sich die Frage: hofft Straelen darauf, dass der demographische Faktor auch das ganze Dorf erledigt?

Es bleiben versteinerte Gesichter.
Wer solche Politiker hat, der braucht keinen Feind!

Gabriele Böhm

Links und Zitate zum Thema:

Unser Kommentar vom Juli 2006 zur Kürzung der für die Bürgerhalle vorgesehenen Investitionssumme um 1 Mio €

Der Bürgermeister zu seiner Kandidatur 2004:
"Die Vielfalt der Vereine und deren Angebot ist in Straelen groß. Von der Krabbelgruppe über Spiel und Sport, Theater und Kunst, Gesang und Weiterbildungsangeboten ist alles vorhanden. Deshalb werden sie mit meiner Unterstützung, materiell und ideell gefördert; für das Vereinsleben in Herongen wird eine Bürgerhalle gebau
t
.....
Ich konzentriere mich nur auf Ziele, die auch, was die Investitions- und die Folgekosten betrifft, bezahlt werden können.

CDU Mitgliederversammlung 2007: "Fertigstellung der Bürgerhalle zur Kirmes 2008"

CDU am 3.7.2007: "Kritik der Opposition ist nur Quertreiberei, der den Bau der Halle gefährdet." - Wer gefährdet jetzt eigentlich wirklich den Bau der Bürgerhalle? Die GO hatte die Halle vor dem Hallenbad und auf jeden Fall vor den (ungefähr genauso teuren) Tennisplätzen bauen wollen, dies war damals von der CDU abgelehnt worden (s.u.).

Aus einem Positionspapier der CDU vom April 2005:
" Wie geplant und versprochen wird das Bürgerhaus auf dem Festplatz in Herongen in 2006 und die Sporthalle in 2007 gebaut. Ein Vorziehen dieser Investition um ein Jahr war nicht möglich und sinnvoll, weil für die gleichzeitige Betreuung von drei großen Projekten das Personal fehlt und bei einem späteren Bau der Tennisanlage als 2005 die angesprochene Ersparnis von 200.000 € weggefallen wäre."