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Frischer Wind in den Segeln des KRZN ?

Nach dem Konflikt zwischen KRZN und einigen Kommunen um die Einführung einer eigenen Finanzsoftware suchte das KRZN das Gespräch auch mit seinen Kritikern (s. unseren Kommentar von 2006) und ein erstes Treffen zwischen KRZN und GO fand im Januar 2008 statt. Dieses Treffen nutzten beiden Seiten um ihre unterschiedlichen Einschätzungen zu verdeutlichen, in einigen Punkten kam man sich näher und einige Mißverständnisse wurden ausgeräumt. Beide Seiten hatten den Wunsch den Dialog fortzusetzen und so trafen wir uns im Februar 2009 in den neuen Räumen in Kamp-Lintfort ein zweites Mal.

KRZN-Gebäude

KRZN Gebäude in Kamp-Lintfort

Dieses Mal stand die zukünftige Strategie des KRZN im Mittelpunkt des Interesses und damit natürlich auch der neue technische Geschäftsführer Jonas Fischer.
Dieser betonte, daß das KRZN kaum noch eigene Anwendungen haben werde, statt dessen sei die Definition und Implementierung von Schnittstellen und Standards (z.B. XML für Webservices) die Herausforderung der Zukunft.
Wichtiges Ziel seien zufriedene Kunden und damit seien nicht nur die Kreise und Kommunen gemeint, sondern der einzelne Anwender an seinem Rechner, der verständliche, ergonomische und fehlerarme Anwendungen braucht, die unterneinander über klare Schnittstellen kommunizieren können.
Auch über die Bedeutung einer weiteren großen Herausforderung waren beide Seiten sich einig: E-Government. Durch neue Bundesgesetze und EU-Richtlinien (z.B. die Umsetzung der EU-DL Richtlinie bis 29.12.2009) kommen immer neue Aufgaben auf die kommunalen Rechenzentren zu. Ein wichtiges Ziel bleibt dabei dennoch die Gesamtkosten stabil zu halten durch Effizizenzsteigerungen in den einzelnen Anwendungen.
Die Schulden des KRZN seien bald abgebaut, die aktuellen Gebühren kostendeckend.

GO-Straelen sieht nun auch die Träger des KRZN in der Pflicht, die Verträge mit den Kommunen aus den frühen 70er Jahren der völlig veränderten IT-Landschaft anzupassen, wie es auch ein Beschluß, auf Antrag von GO-Straelen, des Straelener Rats fordert. Diese Verträge werden an vielen Stellen schon lange nicht mehr eingehalten (z.B. sind sämtliche Geräte und Programme nur übers Rechenzentrum zu beziehen, das gilt theoretisch auch für jede Druckerpatrone und jeden Bildschirm), hier muß durch zeitgemäße Verträge wieder Rechtssicherheit und die notwendige Flexibilität hergestellt werden.
Außerdem sollten die Kommunen und Kreise die durchs KRZN angebotenen Möglichkeiten für eine bürgernahe Verwaltung z.B. durch E-Government-Anwendungen und Ratsinformationssysteme nutzen.

Stefan Kemmerling