Konversion des Bundeswehrdepots Herongen
In Bezug auf das ehemalige Bundeswehrdepot Herongen haben wir in den vergangenen Wochen zahlreiche Gespräche geführt mit involvierten Akteuren, wie zum Beispiel die Biologische Station Krickenbeck, die sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Depot befindet, Stichting Limburgs Landschap, die in dem Depot eine Möglichkeit sehen das grüne Band von Nijmegen bis Maastricht zu schließen, das bei Venlo einige Lücken aufweist, und dem NABU, der in dem Gebiet ein besonderes Naturreservoir sieht.
Auf Seiten der Niederlande gibt es bereits seit Längerem Pläne dazu das Gelände des Depots in das grüne Band von Nijmegen nach Maastricht zu integrieren, da dieses um Venlo herum an einigen Stellen aufgebrochen ist. Mit der Brücke würden die niederländischen Naturschutzgebiete Meinweg und Maasduinen mit den deutschen Brachtenwald und Krickenbecker Seen direkt verbunden. Nur über das ehemalige Bundeswehrdepot ist die geplante Ökobrücke (auch Ökodukt oder Grünbrücke) erreichbar, also eine Brücke, die es Tieren ermöglicht über stark befahrene Strassen innerhalb ihres Territoriums zu kommen. Aufgrund der inzwischen doch engen Bebauung in der Region liegt die einzige Möglichkeit für eine solche Brücke über die A40 zwischen der Grenze und dem Landgardgelände. Idealerweise würde das gesamte Gelände dann zu einem Naturschutzgebiet erklärt.
Doch dies sind nicht die einzigen Ideen hierzu. NRW Urban stellte in der Bauausschusssitzung vom 10.3.2011 andere Pläne zum Depot vor. Nach diesen Plänen soll auf ca. 30 ha der Fläche Gewerbe angesiedelt werden, insbesondere in Zusammenhang mit Landgard.
In unseren Augen ist das Depot ein so wertvolles Gebiet, dass wir bei der Sitzung des Bauausschusses Naturschutz für das gesamte Gelände beantragten. Ohne weitere Diskussion wurde dies abgelehnt.

Wo passt ein Gewerbegebiet eher hin? oben oder unten?

Im Verlauf der Sitzung schlugen wir als Kompromiss einige Änderungen an der vorgestellten Planung vor. Die Ökobrücke und auch der dafür notwendige Korridor, der die Tiere von und zu dem Ökodukt führt, hätten nur genügend Raum, wenn die Bebauung sich auf das Gebiet innerhalb der Halbmondstrasse konzentriert und es kein Baufeld westlich dieser Strasse gibt (siehe Karte).

Außerdem sollte die Erschließung des Geländes ausschließlich über die Hoverstrasse –also über den Autobahnanschluss– führen und so gewährleisten, dass das Naturschutzgebiet um die Krickenbecker Seen nicht noch mehr belastet wird.
Die Mitglieder des Bauausschusses einigten sich darauf, dass in der weiteren Planung sowohl der Vorschlag von NRW Urban als auch unser Vorschlag weiter verfolgt werden sollen.
Wir werden in Kontakt bleiben mit allen involvierten deutschen und niederländischen Akteuren und uns einsetzen für den Erhalt und die Ausweitung des Naturschutzes und der Naherholung um Straelen. Dabei ist die Schließung des grünen Bandes und die Errichtung einer Ökobrücke in unseren Augen für den Arten- und Naturerhalt ein wichtiger Schritt.
Anna Kemmerling
